Kurswahl NTU Taiwan

Uni, Kurswahl & was die grünen Zettel sind

Die erste Uni-Woche ist für mich bereits rum. Drei Kurse habe ich gewählt, dazu kommen noch täglich zwei Stunden Chinesisch dazu. Die Kurswahl war aber gar nicht so einfach wie in Berlin.

Wie läuft es bei uns an der TU Berlin ab? Möchte man einen Kurs besuchen, sucht man sich den Ort und die Zeit der Vorlesung heraus und geht einfach hin. Im Vorlesungssaal sitzen dann noch weitere 300–500 Personen und hören dem Professor zu – oder auch nicht. Anwesenheitspflicht gibt es nicht, es zählt nur die Note der Klausur am Ende des Semesters. Dazu gibt es vertiefende Tutorien, in denen Aufgaben vorne vorgerechnet werden und es gibt Kurse mit Hausaufgaben.

Allein die Kurswahl ist hier schonmal komplett anders. Man hat sich einfach gedacht, dass 5 Phasen für die Kurswahl besser als “einfach hingehen” ist. Die ersten zwei finden komplett online statt. Man sucht sich seine Kurse heraus und vermerkt im System, dass man sie besuchen möchte. Dadurch dass die Kurse meist nur 50(!) Personen aufnehmen, wird meistens gelost und man darf sein Glück in der zweiten Phase probieren.

Hat das nicht geklappt, gibt es drei “Offline-Phasen”. In diesen identischen aufeinanderfolgenden Zeiträumen gibt es drei Möglichkeiten, um sich einzuschreiben.

  1. Der Professor stellt freie Plätze zur Verfügung und wer sich zuerst online anmeldet, kommt rein.
  2. Der Prof stellt ebenfalls freie Plätze zur Verfügung, allerdings werden die Plätze verlost.
  3. Da kommen die grünen Zettel ins Spiel. Man geht zum Kurs hin und bittet den Prof darum, einen grünen Zettel mit einem Registrierungszettel zu geben. Mit diesem Code kann man sich online anmelden und kommt sofort in den Kurs rein. Aber schnell sein, die Codes sind recht begehrt.

In diesen 3 letzten Phasen ist es dann auch möglich, Kurse wieder zu “droppen”. Die meisten hören sich meist zehn oder mehr Kurse an und registrieren diese, um dann sich das beste herauszupicken.

Kurse Aufwand NTU Taiwan

Die Kurse sind mit 50–60 Teilnehmern entsprechend klein und erinnern etwas ans Gymnasium und Schulunterricht. Es wird viel darauf gesetzt, in Gruppen zu arbeiten und miteinander zu diskutieren. Anwesenheitspflicht ist ebenfalls streng, ab dem dritten Fehltag ist man durchgefallen. Und die Benotung? Das ist so ein Beispiel, wieviel man hier für die Uni tun muss. Deutlich mehr als in Berlin, aber es klingt spannender und involvierender als stur Skripte auswendig zu lernen. Ich bin gespannt und werde weiterhin berichten.

Stay tuned! ☺

Ein Gedanke zu „Uni, Kurswahl & was die grünen Zettel sind“

  1. Toll, dass die Noten so transparent gehalten sind. So weiß jede_r wie er/sie dran sind. Hoffentlich findest du eine nette Gruppe, um die ganzen Arbeiten zu machen. Weiter so!

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