Ein Tagestrip nach Jinshan 金山

Taiwan ist ein großartiges Land für Tagestrips, weil man innerhalb weniger Stunden das ganze Land durchqueren könnte. Vor zwei Wochen ging es nach Jinshan 金山, einem Ort an der Nordostküste Taiwans, wo wir ursprünglich Krebse fischen wollten.

Zusammen mit meinen Kommilitonen Yen und Jaeyup ging es morgens von der Taipei Main Station Richtung Jinshan. Der Bus brauchte etwa 2 Stunden dahin, die Straße wurde zum Ende hin immer kurviger, bis wir dann endlich das Meer sehen konnten. Busfahren ist wirklich nicht so meins, aber für etwa 5€ kann man nicht meckern.

In Jinshan ausgestiegen, wollten wir an der Old Street nach Köder für Krebse schauen. Angekommen vor einem großen Tempel wunderten wir uns, warum dort so viele Menschen mit großen Tellern mit Essen rausliefen. Nudeln, Shrimps, Tintenfische und Ente (dafür soll Jinshan auch bekannt sein) – ein Mensch nach dem anderen lief mit riesigen gefüllten Tellern raus, manche links, andere rechts. Wo liefen sie hin? Wo haben sie das Essen her? Das wollten wir später herausfinden.

Unterwegs zum Strand haben wir ein Paar Snacks geholt: Nüsse, Tomaten (die in Taiwan als Obst verkauft werden), geräucherte Süßkartoffeln und Waffelröllchen mit Sesam. Dann fragten wir an einem Strand, was drei kleine Tintenfische kosten würden – wir bekamen sie geschenkt und hatten somit unseren Köder für die Krebse. Die Menschen in Taiwan sind unglaublich freundlich.

Krebse? Gibt’s hier nicht!

Auf dem Weg zum Strand haben wir uns etwas verlaufen, sind dadurch aber auf die Touristeninformation gestoßen. Dort schaute man uns ungläubig an, als wir fragten, wo man am besten Krebse fischen kann. „Krebse? Mei you. Gibt’s hier nicht.“ Na super.

Am Strand hat Jaeyup dann doch welche gefunden, wir lockten sie mit den Tintenfischen, was insgesamt jedoch kein Erfolg war. Allein die Natur war es jedoch wert. Der Strand sah mit den Steinen wirklich schön aus, auch wenn durch den vergangenen Taifun jede Menge Müll auf dem Sand war. Ein Paar Fotos auf den Steinen sind entstanden, bis ich dann im Wasserloch ungewollt baden ging. Vom Stein gerutscht und zack bis zur Brust im Wasser. Das Handy natürlich in der Hosentasche. Alles halb so schlimm. Das LG G2 hat es problemlos überlebt. Damit sind übrigens auch alle Bilder entstanden (außer die, auf denen ich drauf bin).

Eine andere Welt

Kurzer Lunchbreak, dann wollten wir uns den Fischerhafen anschauen. Klein, aber fein; nichts außergewöhnliches. Das Besondere war aber die Ruhe, die in ganz Jinshan und auch am Hafen herrschte. So entspannend. Am Ende des Hafens liefen wir eine Treppe hoch und trauten unseren Augen nicht, was wir sahen.

Jinshan Felsen Taiwan

Komplett andere Landschaft. Gelb-rote Steine in weiche Formen vom Wasser geschliffen. Wir gingen durch eine Höhle und es wurde noch schöner. Dann kletterten wir um eine Kehre, die die Steine machten und es wurde noch atemberaubender, der Blick auf den weiten Ozean wurde noch weiter. Jedes Mal, als wir durch eine Höhle gingen oder um die Ecke kletterten, eröffnete sich eine neue Welt. Ein unbeschreibliches Gefühl. (Aber Achtung, teilweise sehr rutschig!)

Ein etwas anderes „Restaurant“

Da es in Taiwan schnell dunkel wird, entschieden wir uns irgendwann nach Jinshan zurückzukehren. Wo hatten die Menschen das Essen her? Es stellte sich heraus, dass der „Tempel“ eine Art Restaurant ist. Man nimmt sich dort sein Essen und geht zu einer Essenshalle. Dort sind unzählige Tische, wo man Essen kann. Auch bezahlt wird erst dort– interessantes Geschäftsmodell, das auf viel Vertrauen basiert. Wer hält einen davon ab, seine Shrimps zuhause aufzuessen?

Wir schauten uns dann noch etwas in der Old Street um, die wirklich einen Besuch wert ist. Es gibt viele kleine Stände und an den meisten kann man auch was probieren. Danach ging es mit dem Bus zurück nach Taipeh. Ein toller Tag mit großartigen Einblicken in Taiwans Natur und Kultur.

 

5 Gedanken zu „Ein Tagestrip nach Jinshan 金山“

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